Menu

Alkoholfrei durch die gesamte Schwangerschaft ist die einzige sichere Option

Es gibt keine Alkoholmenge, die unbedenklich für die Entwicklung des Babys ist. Man kann nicht ausschliessen, dass selbst geringe Mengen lebenslange Folgen für das Kind mit sich bringen. Die sicherste Entscheidung ist, während der gesamten Schwangerschaft keinen Alkohol zu trinken: Das heisst im Idealfall schon bei einer Schwangerschaftsplanung und spätestens, wenn eine Schwangerschaft vermutet wird oder ein Test positiv ausfällt.

Mehr Informationen.

Denn wenn Sie trinken, trinkt auch Ihr Baby! Alkohol gelangt über das Blut der Mutter durch die Plazenta zum Baby. Dadurch erreicht es nahezu die gleiche Alkoholkonzentration wie die Mutter, baut Alkohol jedoch langsamer ab. Alkohol kann die Entwicklung der Organe, insbesondere des Gehirns, beeinträchtigt. Da es keinen Nachweis für unbedenkliche Mengen oder Zeitpunkte von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft gibt, wird empfohlen, während der gesamten Schwangerschaft auf Alkohol zu verzichten.

  • Der Alkoholabbau beim ungeborenen Kind erfolgt aufgrund seiner noch heranwachsenden Organe langsamer.
  • Alkohol stellt eines der grössten Risiken für die Entwicklung des Gehirns des Babys dar, da er zu lebenslangen geistigen und/oder körperlichen Einschränkungen führen kann.
  • Diese möglichen Folgen von Alkoholkonsum werden als „fetale Alkoholspektrumstörung (FASD)” bezeichnet; einige Formen sind bei Neugeborenen zunächst nicht direkt erkennbar.

Deswegen die Empfehlung: Während der gesamten Schwangerschaft keinen Alkohol trinken.

Durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft verursachte Entwicklungsstörungen können ein Leben lang anhalten

Der Kontakt mit Alkohol vor der Geburt kann zu dauerhaften Entwicklungsstörungen führen. Die Auswirkungen sind bei der Geburt nicht immer erkennbar. Manche Schwierigkeiten können erst später auftreten, beispielsweise in der Schule: Aufmerksamkeits-, Lern- oder Verhaltensstörungen. Diese Störungen lassen sich nicht immer frühzeitig diagnostizieren.

Diese Störungen des fetalen Alkoholsyndroms (FAS) sind komplett vermeidbar, wenn während der Schwangerschaft kein Alkohol konsumiert wird.

Weitere Informationen zu FASD und den Auswirkungen auf das Kind

Ein hoher Alkoholkonsum, selbst wenn er nur gelegentlich erfolgt, ist besonders riskant. Ein einmaliger Konsum einer grossen Menge an Alkohol kann erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung des Babys haben. Alkohol gehört zu den Substanzen, die während der Schwangerschaft zu den schwerwiegendsten und dauerhaftesten neurologischen Entwicklungsstörungen führen können.

Vorsicht vor widersprüchlichen Informationen

In den sozialen Netzwerken oder im Bekanntenkreis sind unterschiedliche Meinungen vertreten. Manche Informationen können die Risiken verharmlosen. Wenn Sie Zweifel haben, verlassen Sie sich auf professionelle Quellen, wie die, die dieser Webseite zugrunde liegen und stellen Sie Ihre Fragen ihrer Ärztin oder ihrem Arzt, Hebamme oder anderen Gesundheitsfachpersonen.

Nützliche Ressourcen finden Sie hier

Planen Sie ein Kind? Dann ist vor der Empfängnis der richtige Moment mit dem Alkoholtrinken aufzuhören.

Die ersten Wochen sind für die Entwicklung des Babys sehr wichtig, jedoch wird eine Schwangerschaft nicht immer sofort bemerkt. Es wird empfohlen, idealerweise schon bei einer Schwangerschaftsplanung und spätestens, wenn eine Schwangerschaft vermutet wird oder ein Test positiv ausfällt keinen Alkohol mehr zu trinken. Frauen und Männer sollten wissen, dass der Konsum von Alkohol bei beiden die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen kann. Ein Verzicht auf Alkohol ist daher sowohl für die Befruchtung als auch für den Schutz des ungeborenen Kindes zentral.

Alkoholbedingte Schädigungen (FASD)

Alkoholbedingte Schädigungen beim Kind nennt man «Fetale Alkoholspektrumstörung» (englisch: Fetal Alcohol Spectrum Disorder, abgekürzt FASD).

Die schwerste Form ist das Fetale Alkoholsyndrom (FAS). Die Kinder haben Wachstumsstörungen, geistige Behinderungen und Gesichtsveränderungen. Etwa eines von zehn Kindern, die alkoholbedingte Schädigungen haben, ist von dieser schwersten Form betroffen.

Auch weniger stark betroffene Kinder können schwere Probleme haben. Die Kinder haben oft Probleme mit der Aufmerksamkeit und mit dem Lernen. Manche haben Verhaltensprobleme, die das Familienleben stark prägen.

Die Folgen der alkoholbedingten Schädigungen begleiten Betroffene ihr Leben lang. Viele brauchen für alltägliche Dinge viel Anstrengung. Sie brauchen viel Anleitung und Begleitung. Viele haben grosse Schwierigkeiten, mit Geld umzugehen. Sie können Gefahren nicht richtig einschätzen. Sie können Folgen eigenen Verhaltens nicht abschätzen. Sie können schwer aus Erfahrungen lernen. So geraten sie immer wieder in ähnliche Schwierigkeiten. (Mehr Informationen: FASD: wie erkennen?)

Die Fetale Alkoholspektrumstörung ist die häufigste angeborene Behinderung. Man schätzt, dass zwischen 1 und 4% der Neugeborenen in der Schweiz davon betroffen sind. Das sind jedes Jahr mindestens 1’700 Kinder, möglicherweise bis zu 4’000 Kinder.

Es sind also viele Kinder und Erwachsene von einer solchen Problematik betroffen. Viele haben nie eine klare Diagnose erhalten. Sie wissen nicht, woher ihre Schwierigkeiten kommen.

Links zu Videos mit Berichten von FAS/FASD-Betroffenen:

Haben Sie Alkohol getrunken, ohne zu wissen, dass Sie schwanger sind?

Manchmal bleiben Schwangerschaften in den ersten Wochen unbemerkt. In den ersten Tagen nach der Empfängnis wirkt sich Alkohol meist wie folgt aus: Entweder verhindert er eine normale Entwicklung (was zu einer Fehlgeburt führen kann, die oft unbemerkt bleibt), oder die Zellen reparieren sich und entwickeln sich weiter zum Embryo. Doch selbst wenn diese sich weiterentwickeln, kann der Alkoholkonsum Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben und dessen Entwicklungsprozesse beeinträchtigen.

Was tun, wenn Sie Alkohol getrunken haben? Es wird empfohlen, den Alkoholkonsum sofort einzustellen. Wenn Sie Bedenken haben, sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme darüber.

Und während der Stillzeit?

Alkohol geht auch in die Muttermilch über. Nach einigen Stunden kann der Alkoholgehalt in der Milch zwar sinken, doch hängt der Abbau des Alkohols vom Gewicht und vom Stoffwechsel der Mutter ab. Aus Vorsicht wird empfohlen, während der Stillzeit ganz auf Alkohol zu verzichten. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt, um sich zu informieren.

Häufige Fragen

«Wir planen eine Schwangerschaft. Wie steht es mit Alkohol?»

Die Empfehlung lautet: Sobald man sich ein Kind wünscht, ist der Verzicht auf Alkohol die sicherste Wahl. Bereits in der ersten Phase der Schwangerschaft sollte vermieden werden, dass das Baby Alkohol ausgesetzt wird. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden.

Der Verzicht auf Alkohol ist eine gemeinsame Verantwortung werdender Eltern, da der Alkoholkonsum vor der Empfängnis sowohl bei der Mutter als auch beim Vater die Fruchtbarkeit und den Schwangerschaftsverlauf beeinflussen kann. Studien weisen darauf hin, dass gelegentlicher oder regelmässiger Alkoholkonsum beider Elternteile vor der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten assoziiert sein kann.

 

«Eine Freundin von uns hat während der Schwangerschaft gelegentlich Alkohol getrunken. Ihr Kind ist gesund!»

Alkoholkonsum stellt ein Risiko dar und kann zu lebenslangen Beeinträchtigungen des Kindes führen. Das Risiko hängt von verschiedenen Faktoren ab: der Genetik des Babys, der Entwicklungsphase im Mutterleib und dem mütterlichen Stoffwechsel, d.h. dem Alkoholabbau. Auch die Dauer der Alkoholexposition spielt eine Rolle. Besonders riskant ist viel Alkohol auf einmal trinken, auch wenn das nur punktuell passiert.

Es ist möglich, dass die Folgen des Alkoholkonsums bei der Geburt nicht direkt erkennbar sind.

«Ab und zu ein Glas sei kein Problem, sagen manche …»

Es gibt keine Alkoholmenge, die unbedenklich für die Entwicklung des Babys ist. Man kann nicht ausschliessen, dass selbst geringe Mengen negative Auswirkungen auf seine Entwicklung haben und lebenslange Folgen für das Kind mit sich bringen. Deshalb ist es am sichersten während der gesamten Schwangerschaft keinen Alkohol zu trinken: Das heisst im Idealfall schon bei einer Schwangerschaftsplanung und spätestens, wenn eine Schwangerschaft vermutet wird oder ein Test positiv ausfällt.

«Gibt es besonders empfindliche Phasen in der Schwangerschaft?»

Alkohol kann sich in jeder Phase der Schwangerschaft negativ auf die Entwicklung des Babys auswirken, doch das erste und zweite Trimester sind besonders heikle Zeiträume. Alkohol gelangt über das Blut der Mutter durch die Plazenta zum Baby. Das Baby weist einen ebenso hohen Blutalkoholspiegel auf wie seine Mutter, doch es baut den Alkohol wird wesentlich langsamer ab. Der Alkohol verbleibt folglich länger in seinem Körper und kann dadurch die Entwicklung seiner Organe und vor allem seines Gehirns negativ beeinträchtigen. Elternteile vor der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten assoziiert sein kann.

Studien weisen darauf hin, dass gelegentlicher oder regelmässiger Alkoholkonsum beider Elternteile vor der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten assoziiert sein kann.

«Alkohol hilft mir, mich zu entspannen. Das ist sicher auch für das Kind gut.»

Es gibt keine Alkoholmenge, die unbedenklich für die Entwicklung des Babys ist.  Die sicherste Entscheidung ist, während der gesamten Schwangerschaft keinen Alkohol zu trinken. Alternative Möglichkeiten zur Entspannung können unter alkoholfrei entspannen entdeckt werden.

«Ich treffe meine FreundInnen vor allem im Ausgang. Der Ausgang und alles, was dazu gehört, sind ein wichtiger Bestandteil meines Lebensstils. Wenn ich da nicht mehr mitmache, fühle ich mich isoliert. Es ist nicht leicht, auf Alkohol zu verzichten …»

Wenn das Party-Umfeld ein wichtiger Lebensort ist, kann das den Verzicht erschweren. Es gibt Tipps, wie man Treffen mit FreundInnen auch in diesem Umfeld alkoholfrei geniessen kann. Wenn der Konsumwunsch im Ausgang zu gross ist, wäre es wichtig, dieses Umfeld vorläufig zu meiden. Die Erkundung anderer Orte kann auch neue Erfahrungen und überraschende Erlebnisse bringen.

«Ich kann mit all den Empfehlungen nichts anfangen. Ich finde sie eine Zumutung. Es gibt so viele Dinge, die ich als Schwangere tun oder lassen soll. Ich will mir nicht auch noch das gelegentliche Glas verbieten lassen.»

Schwangere tragen viel Verantwortung, was oft nicht leicht ist und belastend sein kann. Sachliche Informationen helfen gesundheitliche Risiken zu erkennen, sie zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Auch das soziale Umfeld trägt einen Teil der Verantwortung. Dessen Einstellung und Unterstützung können Schwangeren dabei helfen, alkoholfrei durch die Schwangerschaft und Stillzeit zu kommen.

«Ich habe Alkohol getrunken, und ich wusste nicht, dass ich schwanger bin!»

Viele Frauen im gebärfähigen Alter trinken gelegentlich Alkohol und viele Schwangerschaften sind nicht geplant. Deswegen kommt es vor, dass Frauen zu Beginn der Schwangerschaft Alkohol trinken, ohne zu wissen, dass sie schwanger sind.

In den ersten Tagen nach der Empfängnis führt Alkohol häufig entweder dazu, dass sich der Embryo nicht weiterentwickelt (was zu einer oft unbemerkten Fehlgeburt führen kann), oder der Embryo entwickelt sich zunächst ohne erkennbare unmittelbare Folgen weiter. Eine unauffällige Weiterentwicklung bedeutet jedoch nicht, dass Schädigungen ausgeschlossen sind. Je nach Zeitpunkt, Menge und Häufigkeit des Alkoholkonsums können auch Beeinträchtigungen der Entwicklung auftreten, die nicht zu einer Fehlgeburt führen. Daher gilt kein Alkoholkonsum während der Schwangerschaft als risikofrei.

Es wird empfohlen, den Alkoholkonsum sofort einzustellen. Wenn Sie Bedenken haben, sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme darüber.

«Wir machen uns Sorgen. Meine Partnerin hat im ersten Monat der Schwangerschaft ab und zu Alkohol getrunken. Wir fragen uns, ob wir an eine Abtreibung denken sollten …»

Ein gelegentlicher geringer Alkoholkonsum in den ersten Schwangerschaftswochen bedeutet nicht automatisch, dass das Kind geschädigt wurde. Daher wird aufgrund einer solchen Exposition allein normalerweise keine Abtreibung empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt darüber.

«Wie ist es mit alkoholfreiem Bier? Kann man solches während einer Schwangerschaft bedenkenlos trinken?»

Vermeintlich alkoholfreie Biere, Weine oder andere Getränke können bis zu 0,5% Alkohol enthalten, auch wenn alkoholfrei auf der Verpackung steht. Als alkoholfrei gekennzeichnete Biere oder Weine dürfen in der Schweiz und einigen anderen Ländern bis zu 0,5% Alkohol enthalten. Wenn Sie während der Schwangerschaft Lust auf Bier haben, achten Sie am besten darauf, eines zu kaufen, auf dem 0,0% steht. Dann ist sicher kein Alkohol enthalten.

Faustregel: Lesen Sie immer das Etikett des Getränks!

«In gespritztem Wein ist weniger Alkohol. Kann ich ihn also während der Schwangerschaft trinken?»

Nein, gespritzter Wein sollte während der Schwangerschaft nicht getrunken werden. 1 dl Wein enthält zwischen 10 bis 12 Gramm reinen Alkohol. Bei einem halben Deziliter sind es immer noch 5 bis 6 Gramm, auch wenn er mit Wasser vermischt ist.

«Und wie ist es mit Alkohol in Lebensmitteln?»

Es ist besser, beim Kochen auf Wein oder andere alkoholische Getränke zu verzichten. Selbst nach der Zubereitung von Speisen kann Restalkohol vorhanden sein. Fragen Sie im Restaurant beim Personal nach, welche Gerichte ohne Alkohol zubereitet wurden.

Wenn man selbst kocht, lässt sich leicht auf Alkohol verzichten. Ein Fondue schmeckt auch hervorragend mit alkoholfreiem Apfelwein. Wir empfehlen, Alkohol im Essen nach Möglichkeit zu vermeiden.

«Ich stille mein Kind. Darf ich Alkohol trinken?»

Alkohol geht auch in die Muttermilch über. Nach einigen Stunden kann der Alkoholgehalt in der Milch zwar sinken, doch hängt der Abbau des Alkohols vom Gewicht und vom Stoffwechsel der Mutter ab.

Aus Vorsicht wird empfohlen, während der Stillzeit ganz auf Alkohol zu verzichten. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt, um sich zu informieren.