Menu

Im Ausgang, an einem Familienfest oder Geburtstags-Apéro trinken viele Leute Alkohol. Manchmal fühlt man sich gedrängt, auch zu trinken. Wie reagieren?

  • Wenn eine Schwangerschaft noch geheim bleiben soll, ist es manchmal kompliziert. Was tun?
  • Manchmal hat man einfach Lust, Alkohol zu trinken. Was hilft dagegen?

Die folgenden Tipps helfen, Hindernisse elegant zu umgehen!

Gemeinsam statt einsam

Der Verzicht auf Alkohol ist eine gemeinsame Verantwortung werdender Eltern, da der Konsum von Alkohol beider Elternteile bereits Einfluss auf die Empfängnis haben kann. Es wurde ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten festgestellt, wenn Eltern in der Zeit vor der Empfängnis manchmal oder regelmässig Alkohol konsumierten.

Die Einstellung und Unterstützung des sozialen Umfelds können Schwangeren dabei helfen, alkoholfrei durch die Schwangerschaft und Stillzeit zu kommen.

Nicht einmal ein kleines Glas Alkohol? Nein danke!

Alkohol ist in der Gesellschaft allgegenwärtig, was es schwierig machen kann, ihm aus dem Weg zu gehen.

Doch gerade in der Schwangerschaft ist es wichtig, darauf zu verzichten, da die Gesundheit des Babys unmittelbar vom Alkoholkonsum der Mutter beeinflusst werden kann.

Die Gesellschaft betrachtet Alkoholkonsum oft als normal. Es ist wichtig zu wissen, dass Sie eine Ablehnung nicht rechtfertigen müssen. Schwangeren oder Frauen, die schwanger werden möchten, wird empfohlen «Nein, danke» zu sagen, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Wer es schwierig findet, das Glas abzulehnen, sollte sich selbst ein alkoholfreies Getränk organisieren.

In den folgenden Abschnitten erfahren Sie mehr, welche weiteren Vorwände man verwenden kann, um ein alkoholhaltiges Getränk abzulehnen.

Unauffällig auf Alkohol verzichten

Viele Paare informieren ihr Umfeld nach dem dritten Monat über die Schwangerschaft. Oft gibt es während der ersten drei Monate Anlässe, bei denen Alkohol angeboten wird.

Wie können diese Situationen elegant umschifft werden? Ohne bereits über die Schwangerschaft zu informieren? Ohne, dass andere Verdacht schöpfen?

Ausgewählte Vorwände für Schwangere

  • Der Klassiker: «Ich fahre!»
  • «Ich habe heute keine Lust auf Alkohol. Gibt es alkoholfreie Getränke?»
  • «Ich fühle mich heute nicht gut.»
  • Der «sportliche» Vorwand: «Ich gehe / Wir gehen nachher ins Training.», «Ich bereite mich / Wir bereiten uns auf einen Wettkampf vor.»
  • Der «Ich muss seriös sein»-Vorwand: «Ich muss morgen viel arbeiten.», «Ich muss am Montag fit sein.»

Diskrete Unterstützung durch Nahestehende:

  • Alkoholfreie Getränke servieren
  • Das erhaltene Glas Alkohol verschwinden lassen
  • Mit dem Barservice ein kleines, unauffälliges Zeichen (Strohhalm oder Zitronenscheibe) vereinbaren, um das alkoholfreie Getränk leicht zu erkennen

Weitere Tipps für den Alltag

Für Schwangere:

  • Gewohnheiten ändern: den Aperitif in einer Bar durch einen Mocktail oder ein warmes Getränk in einem Café ersetzen.
  • Rückhalt finden: Sich mit Freundinnen und Freunden treffen, die wenig oder gar keinen Alkohol trinken oder mit anderen Paaren, die ebenfalls ein Baby erwarten oder sich eines wünschen

Für Partner oder Partnerinnen:

  • Keinen Alkohol mehr kaufen und nicht in Anwesenheit der Partnerin trinken!
  • Alkoholkonsum während der Schwangerschaft reduzieren oder ebenfalls ganz einstellen – mit einer gemeinsamen alkoholfreien Zeit während der Schwangerschaft.

Alkoholfreies Kochen

Es ist besser, beim Kochen auf Wein oder andere alkoholische Getränke zu verzichten. Selbst nach der Zubereitung von Speisen kann Restalkohol vorhanden sein. Fragen Sie im Restaurant beim Personal nach, welche Gerichte ohne Alkohol zubereitet wurden.

Alternativen geniessen

Schwanger zu sein heisst nicht, auf Genuss zu verzichten. Es gibt viele alkoholfreie Alternativgetränke für jede Gelegenheit.

Hier ein paar Ideen:
Getränke variieren: Smoothies, hausgemachter Eistee oder Sirup etc.
• Mocktails ausprobieren: bestehende Mocktail-Rezepte verwenden oder neue kreieren
• Alkoholfreies Bier, Wein (0,0 %) oder Zutaten für Mocktails für den Apéro mit Freunden mitbringen
• Zitronenscheiben, Orangenscheiben, rote Beeren, Minze, Basilikum etc. Solche Dinge können nach Belieben kombiniert und Getränken zugegeben werden.
• Schöne Gläser, Strohhalme, Papierdekos oder Zuckerränder machen Freude.

„Alkoholfreies“ Bier, Apfelwein, Kombucha: Alkoholgehalt klären

Einige vermeintlich «alkoholfreien» Biere, Weine oder andere Getränke enthalten bis zu 0,5% Alkohol. Entscheiden Sie sich vorzugsweise für Produkte, die mit „0,0 %“ gekennzeichnet sind. Wenn Sie Zweifel haben, zögern Sie nicht, dies bei Ihrem Arzttermin anzusprechen.

Faustregel: Immer das Etikett des Getränks lesen!

Alkoholfrei entspannen

Für manche ist der Alkoholkonsum verbunden mit Entspannung. Sich entspannen können ist wichtig. Das geht sehr gut ohne Alkohol:

  • Meditation, Yoga, autogenes Training etc.
  • Ein warmes Vollbad oder Fussbad

Spaziergänge, Wanderungen, Schwimmen oder andere geeignete Sportarten: Bewegung und körperliche Aktivität helfen dabei sich zu entspannen. Auf Alkohol zu verzichten ist gut für die Gesundheit von allen!

Wenn Verzicht schwerfällt

Es ist nicht immer einfach Gewohnheiten zu ändern oder ein Glas abzulehnen, wenn Alkoholkonsum in der Gesellschaft weit verbreitet ist. Man sollte sich vor Augen halten, dass der Verzicht auf Alkohol ein wichtiger Beitrag zum Schutz des Babys ist.

Brauchen Sie Unterstützung? Haben Sie weitere Fragen oder Schwierigkeiten auf Alkohol zu verzichten? Dann sprechen Sie mit Ihrer (Frauen-)Ärztin, Ihrem (Frauen-)Arzt, Ihrer Hebamme, einer Stillberaterin, einem Stillberater oder wenden Sie sich an anonyme Hotlines. Wichtig ist, dass Sie jederzeit Hilfe in Anspruch nehmen können.

Weitere Informationen auf der Webseite: www.nahestehende-und-sucht.ch. Es gibt viele Menschen, die irgendwann in ihrem Leben ein Problem mit Suchtmitteln haben, jedoch fällt es oft schwer, sich Hilfe zu holen.  Fachpersonen von Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen empfangen Betroffene ohne Vorurteile. Sie unterstehen der Schweigepflicht. Es ist wichtig, mit dem Problem nicht allein zu bleiben.

Alle nützlichen Adressen finden Sie hier: Beratung und hilfreiche Webseiten