Fachkräfte im Gesundheitswesen sind die wichtigste Informationsquelle zum Thema Schwangerschaft. Allerdings sind die von ihnen vermittelten Botschaften darüber, ab welcher Alkoholmenge das ungeborene Kind geschädigt wird, teilweise unterschiedlich und können als widersprüchlich aufgefasst werden. Werdende Eltern müssen dann selbst entscheiden, was sie für risikolos halten. Das erzeugt Verunsicherung. Viele Paare wünschen sich klarere Botschaften, die sich auf offizielle Richtlinien abstützen. Sie wünschen sich auch Rat dazu, wie ein Konsum vermieden und gestoppt werden kann[1].
Trotz der gesellschaftlichen Norm zugunsten der Abstinenz während der Schwangerschaft gibt es erstaunlicherweise einen sozialen Druck, Alkohol zu trinken, besonders im Ausgang. Fachpersonen sollten daher eine unterstützende Rolle für Frauen und deren Partner oder Partnerin einnehmen, um gemeinsam Wege zu finden, jeglichen Konsum zu meiden (vgl. Alkoholfrei durch die Schwangerschaft).

Die Broschüre «Schwangerschaft ohne Alkohol – Tipps und Tricks», kann ihnen empfohlen und abgegeben werden.
Es ist wichtig, die Partner stärker einzubeziehen, denn ein solidarischer Partner oder eine solidarische Partnerin, der oder die unter Beachtung des Vorsorgeprinzips seinen oder ihren Konsum ebenfalls reduziert oder einstellt, als wichtige Stütze wahrgenommen wird[1]. Manche Frauen finden es schwierig, nicht zu trinken, weil Alkohol für sie mit Genuss verbunden ist. Sie haben das Gefühl, dass sie etwas verlieren oder dass sie so nicht zur Gruppe gehören. Auch der Lebensstil der Frauen und PartnerInnen ist zu berücksichtigen, ihre Ressourcen, ihre Schwierigkeiten, die Rolle des Alkohols in ihrem Leben, etc.+ Ist Alkohol Teil der sozialen Identität oder wird er bei Stress eingesetzt? In jedem Fall sollten nicht nur die Bedeutung des Konsumverzichts unterstrichen werden, sondern vor allem Strategien vermittelt werden.