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Erwartungen an Fachpersonen

Die Botschaften, ab welcher Menge der Alkohol dem Ungeborenen schadet, fallen bei relevanten Fachpersonen teilweise widersprüchlich aus. Werdende Eltern müssen dann selbst entscheiden, was sie für risikolos halten sollen. Das erzeugt Verunsicherung. Viele Paare wünschen sich klarere Botschaften, die sich auf offizielle Richtlinien abstützen. Sie wünschen sich auch Rat dazu, wie ein Konsum vermieden und gestoppt werden kann.

Erstaunlicherweise gibt es trotz der gesellschaftlichen Norm zugunsten der Abstinenz während der Schwangerschaft einen sozialen Druck zu trinken, besonders im Ausgang. Fachpersonen sollten Frauen und ihre PartnerInnen also dabei unterstützen, Wege zu finden, Konsum zu meiden (vgl. Alkoholfrei durch die Schwangerschaft).

Wichtig ist, die in der Regel motivierten PartnerInnen aktiver einzubeziehen. Manche Frauen finden es schwierig, nicht zu trinken, weil Alkohol mit Genuss verbunden ist. Sie haben das Gefühl, dass sie etwas verlieren oder dass sie so nicht zur Gruppe gehören. Auch der Lebensstil der Frauen und PartnerInnen ist zu berücksichtigen, ihre Ressourcen, ihre Schwierigkeiten, die Rolle des Alkohols in ihrem Leben etc. Ist Alkohol Teil der sozialen Identität oder wird er bei Stress eingesetzt? In beiden Fällen sollten die Bedeutung des Konsumverzichts besonders unterstrichen und Strategien vermittelt werden.